Laut einer aktuellen Analyse des ungarischen Immobilienportals Ingatlan.com, die der ungarischen Nachrichtenagentur MTI vorliegt, ist der Kauf einer Wohnung in Budapest für unter 50 Millionen Forint (140.000 €) nahezu unmöglich geworden. Die Studie verdeutlicht den dramatischen Anstieg der Wohnungspreise in ganz Ungarn in den letzten fünf Jahren, insbesondere in der Hauptstadt und den größeren regionalen Städten.
Einsteigerwohnungen sind in der Hauptstadt jetzt ab etwa 50 Millionen Forint erhältlich.
Daten, die auf mehr als 95.000 gebrauchten Wohnungen auf dem aktuellen Immobilienmarkt basieren, zeigen, dass selbst die günstigsten Wohnungen in Budapest seit 2021 eine außergewöhnliche Preisinflation erlebt haben. Damals konnten Käufer noch mit rund 25 Millionen HUF (rund 70.300 EUR) in den Wohnungsmarkt einsteigen, heute sind Immobilien unter 50 Millionen HUF (140.600 EUR) extrem selten.
Der Anstieg war in mehreren Budapester Bezirken besonders auffällig. Im 4. Bezirk kletterte der Preis für die günstigsten Wohnungen in den letzten fünf Jahren von 20 Millionen HUF (56.250 EUR) auf 47 Millionen HUF (132.200 EUR). Im 9. Bezirk stieg der Einstiegspreis von 28 Millionen HUF (78.800 EUR) auf fast 57 Millionen HUF (160.350 EUR).
Laut László Balogh, dem führenden Wirtschaftsexperten von Ingatlan.com, liegt die psychologische Schwelle für „günstige“ Wohnungen in Budapest mittlerweile bei rund 54 Millionen Forint (151.900 Euro). Etwa 90 % der aktuell in der Hauptstadt angebotenen Wohnungen kosten mehr als diesen Betrag, schreibt 444 .
Erstkäufer unter zunehmendem Druck
Der rasante Preisanstieg hat für Erstkäufer erhebliche Schwierigkeiten geschaffen, da sie heute im Vergleich zu vor wenigen Jahren deutlich höhere Anzahlungen und Hypotheken benötigen, um Häuser von ähnlicher Größe oder Lage zu erwerben.
Die durchschnittlichen Immobilienpreise sind ebenfalls stark gestiegen. Im Jahr 2021 lag der durchschnittliche Angebotspreis für Wohnungen in Budapest bei 46,5 Millionen HUF (130.800 EUR).
Außerhalb von Budapest ist die Situation in Großstädten wie Debrecen ähnlich, wo Wohnungen unter 50 Millionen HUF ebenfalls praktisch verschwunden sind. Vor fünf Jahren konnte man dort noch Häuser für rund 21 Millionen HUF (59.100 EUR) finden. Am anderen Ende des Marktes ist Salgótarján nach wie vor Ungarns günstigster Komitatsitz, wo Einsteigerimmobilien ab etwa 11 Millionen HUF (30.950 EUR) erhältlich sind.
Balogh merkte an, dass sich das rasante Preiswachstum nach 2025 offenbar verlangsamen werde, unter anderem weil viele Käufer an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten gestoßen seien. Experten erwarten daher keinen weiteren dramatischen Preisanstieg, selbst nicht bei den günstigsten Häusern.