FIDESZ hat den Abstand verkürzt, doch die TISZA-Partei verfügt weiterhin über einen deutlichen Vorsprung, wie eine vom Publicus-Institut für Népszava durchgeführte Umfrage zeigt.
Zwar konnte FIDESZ seinen Rückstand verringern, dennoch liegt die TISZA-Partei weiterhin klar vorne, wie aus der jüngsten Erhebung des Instituts hervorgeht. Die repräsentative Juli-Umfrage wurde im Auftrag von Népszava unter 1.004 Befragten durchgeführt.
In der Gesamtbevölkerung kommt die TISZA-Partei auf 52 Prozent Zustimmung, unter den wahrscheinlichen Wählern auf 55 Prozent und unter den entschlossenen Wählern mit fester Parteipräferenz sogar auf 68 Prozent. FIDESZ erreicht in denselben drei Kategorien lediglich 18, 19 beziehungsweise 23 Prozent.
Der Abstand bleibt damit erheblich, obwohl TISZA im Vergleich zu den Mai-Werten – je nach Kategorie – 3 bis 5 Prozentpunkte verloren hat, während FIDESZ 1 bis 3 Prozentpunkte zulegen konnte.
Eine noch deutlichere Dominanz der TISZA-Partei ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Závecz Research. Tibor Závecz erklärte in der Sendung Szinten túl, dass TISZA unter den wahrscheinlichen Wählern auf 74 Prozent komme, während FIDESZ lediglich 19 Prozent erreiche.
Unter den kleineren Parteien ist derzeit nur Mi Hazánk (Unsere Heimat) auf der politischen Landkarte in nennenswertem Umfang sichtbar und liegt im Bereich der parlamentarischen Hürde. Laut der Publicus-Umfrage liegt die Partei von László Toroczkai unverändert bei 5 bis 6 Prozent.
23 Prozent der Befragten sind noch unentschlossen, welcher Partei sie ihre Stimme geben würden.
Auch die Einschätzung von Péter Magyar als geeigneter Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert.
Im Mai hielten ihn noch 72 Prozent der Befragten für geeignet, inzwischen sind es 62 Prozent. Dies entspricht einem Rückgang um zehn Prozentpunkte.
Gleichzeitig sehen nur 29 Prozent FIDESZ-Chef Viktor Orbán – der insgesamt bereits zwanzig Jahre als Ministerpräsident amtierte – als geeignet für das Amt. Dies bedeutet einen Anstieg um zwei Prozentpunkte, doch der Abstand zwischen den beiden Politikern bleibt weiterhin groß.
Während weniger Menschen Péter Magyar für geeignet halten als noch unmittelbar nach der Wahl, ist die Zahl jener, die der Ansicht sind, dass sich Ungarn in die richtige Richtung bewegt, deutlich gestiegen. Im Mai zeigten sich 54 Prozent mit der Entwicklung des Landes zufrieden; inzwischen liegt dieser Wert bei 63 Prozent.
András Pulai, Direktor des Publicus-Instituts, führte die widersprüchliche Entwicklung auf jüngste politische Ereignisse zurück. Nach dem Ausscheiden von Tamás Sulyok habe Péter Magyars Entscheidung, Schachgroßmeisterin Judit Polgár für das Präsidentenamt zu nominieren, eine heftige Debatte ausgelöst. Polgár lehnte die Nominierung schließlich ab. Laut Pulai war dies ein vermeidbarer Fehler Magyars und seine erste politische Niederlage.
Die Závecz-Umfrage wurde davor durchgeführt, unsere Datenerhebung fiel jedoch genau in diesen Zeitraum“,
betonte der Leiter des Publicus-Instituts.
Pulai zufolge gibt es unter den TISZA-Anhängern sowohl überzeugte Unterstützer Péter Magyars als auch weniger stark gebundene Wähler. Letztere reagieren empfindlicher auf politische Fehler, weshalb bei ihnen größere Schwankungen zu erwarten seien.