Aus Angst vor einer Erschöpfung der kleinen Tankstellen warnen die unabhängigen Tankstellenbetreiber vor möglichen Problemen bei der Kraftstoffversorgung und fordern sofortige Maßnahmen, falls sich noch in dieser Woche die Situation ergibt, dass sie Dieselkraftstoff ohne Gewinnspanne verkaufen müssen. MOL Group betont hingegen, dass die Versorgung nicht gefährdet sei und das Unternehmen alle seine Partner weiterhin beliefere.
Innerhalb von landesweit 2–3 Wochen oder sogar früher könnten ernsthafte Probleme bei der Kraftstoffversorgung auftreten, falls Tankstellen gezwungen werden, Kraftstoff ohne Marge zu verkaufen – erklärte der Vorsitzende des Verbands der Unabhängigen Tankstellen (FBSZ) am Dienstag gegenüber der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Laut László Gépész könnten die Tankstellen einen Verkauf ohne Gewinnspanne nicht tragen, zumal sie zusätzlich eine Sondergewinnsteuer zahlen müssten.
Der Ölkonzern MOL Group hatte die Tankstellenbesitzer zuvor darüber informiert, dass der aus den strategischen Reserven stammende Dieselkraftstoff voraussichtlich am Mittwoch ausgehen werde. Daher werde ihnen der Kraftstoff ab Donnerstag zum staatlich festgelegten Preis geliefert, zu dem die Einzelhändler ihn auch nur weiterverkaufen dürften.
László Gépész wies darauf hin, dass die unabhängigen Tankstellen deshalb nach Aufbrauch ihrer eigenen Vorräte den Verkauf einschränken könnten; dafür gebe es bereits jetzt Beispiele aus vielen Teilen des Landes. Eine andere Möglichkeit sei, den Verkauf fortzusetzen, aber die Tankstellen zu schließen, sobald ihre Reserven erschöpft seien.
Nach Ansicht des Vorsitzenden würden sich wahrscheinlich viele für letztere Vorgehensweise entscheiden. Das Ergebnis werde jedoch sein, dass aufgrund des sprunghaft steigenden Bedarfs immer mehr Tankstellen innerhalb kurzer Zeit schließen müssten. Er betonte, dass sofortige Maßnahmen notwendig seien, da sich eine landesweite Benzinkrise ähnlich wie im Jahr 2022 entwickeln könne.
Auf Anfrage der MTI bestätigte MOL Group, dass die Kraftstoffversorgung in Ungarn stabil sei und sowohl Diesel als auch Benzin verfügbar seien.
Was bis Mittwoch Mitternacht ausgehen könnte, sei lediglich die Menge an Diesel aus den staatlichen strategischen Reserven, die für MOL Group bereitgestellt worden sei. Das Unternehmen werde seine Partner jedoch weiterhin aus eigener Produktion beliefern und sicherstellen, dass die Kraftstoffversorgung im Land kontinuierlich bleibe.
In einer am Montag an die MTI übermittelten Mitteilung schrieb der FBSZ, dass der Betrieb des Sektors nicht mehr nachhaltig sei. Die unabhängigen Tankstellen, die jährlich Steuereinnahmen von 400 Milliarden Forint generierten, würden Verluste finanzieren, während die versprochenen Unterstützungen bislang ausgeblieben seien. Der Interessenverband fordert dringend fachliche Konsultationen sowie ein rasches Ende der vorübergehenden Regulierung, die Marktverzerrungen verursache, um die Versorgungssicherheit und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.